So reinigst und pflegst du dein Bike richtig

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Mit den Pflegetipps für Rennräder, Mountainbikes und E-Bikes bleibt dein SIMPLON Fahrrad lange Zeit wie neu. Jetzt alle Infos zur Reinigung und Pflege lesen!

Radpflege – wie du dein Simplon-Bike am besten reinigst und pflegst

Ob zur Arbeit, zum Treffen mit Freunden in die Stadt, zur nächsten Tour ins Gelände oder auf den Berg: Dein SIMPLON Bike ist ein verlässlicher Begleiter auf allen Wegen. Damit das so bleibt, sind regelmäßige Reinigung und Pflege besonders wichtig. Und nicht zu vergessen: Auch optisch gibt ein sauberes Bike einfach mehr her ...

Wie dein Fahrrad richtig sauber wird und welche Komponenten besonders pflegeintensiv sind, erfährst du jetzt! Außerdem verraten wir dir, was es speziell bei der Reinigung von SIMPLON Mountainbikes, Roadbikes und E-Bikes zu beachten gibt.

Mit einem sauberen Bike sicher unterwegs: warum die Radpflege so wichtig ist

Das optische Erscheinungsbild ist die eine Sache, der Sicherheitsaspekt die andere. Verschmutzungen können die Funktionsfähigkeit einzelner Komponenten beeinträchtigen. Bevor wir jetzt näher auf die Folgen eingehen, halten wir diese Teile des Bikes lieber sauber. Auch der Rahmen sollte schmutzfrei bleiben, um Beschädigungen frühzeitig zu erkennen.

Ein weiterer Grund, der für ein blitzblankes Fahrrad spricht, ist die Lebensdauer. Vor allem die Funktionstüchtigkeit der Fahrradkette wird durch Dreck beeinträchtigt. Regelmäßig geschmiert, bleibt dir die Fahrradkette lange erhalten und du sparst Geld, weil du keine neue kaufen musst.
 

Wie oft soll das Fahrrad gereinigt werden?

Je nachdem auf welchem Untergrund du unterwegs bist, musst du früher oder später zum Putztuch greifen. Bei der Fahrradkette ist die Anzahl der gefahrenen Kilometer ein guter Richtwert. Rennradfahrer, die ihre Kilometer hauptsächlich auf Asphalt zurücklegen, reinigen die Kette etwa nach 250 bis 300 Kilometern. 

Mountainbiker, die mit dem Fahrrad durchs Gelände jagen, sollten bereits nach 120 bis 150 Kilometern Hand anlegen. Und nach einer abenteuerlichen Schlammfahrt gönnst du nicht nur dir selbst eine Dusche, sondern auch deinem Bike ein Pflegeprogramm.
 
Grundsätzlich gilt: Wer früher putzt, ist schneller fertig und braucht weniger Reinigungsmittel. Nach einer schlammreichen Tour lässt sich der Dreck in feuchtem Zustand nämlich wesentlich leichter entfernen. Ist er bereits eingetrocknet, muss das Bike vor der Reinigung nass gemacht werden.

Was braucht man zum Fahrradreinigen und -pflegen?

Gute Nachrichten: Die meisten Putz-Utensilien hast du schon zu Hause. Das ausgediente T-Shirt aus dem Kleiderschrank gesellt sich zum Putzzeug, ebenso wie die Zahnbürste. 

Zum Reinigungs-Equipment gehört:

  • Schwamm (Hinweis: bei einem Küchenschwamm nie die Scheuerseite verwenden)
  • Bürste mit langen Borsten
  • Zahnbürste
  • Kübel
  • Spülmittel (100 % biologisch abbaubar)
  • Wasser
  • Tücher
  • Kettenöl/Allzwecköl
  • Politur
  • Gartenschlauch/Gießkanne
  • Reinigungsspray WD40
  • Pinsel (optional zum Einölen)

Was gibt es beim Kauf von Reinigungsmitteln zu beachten?

Auch hier kannst du auf deinen Putzmittelvorrat zurückgreifen. Allzweckreiniger und Spülmittel eignen sich durchaus zur Reinigung des Bikes. Achte sowohl bei Reinigungs- als auch Pflegemitteln darauf, dass sie nicht zu aggressiv sind. Ansonsten riskierst du Schäden an Lack, Reifengummi und Dichtungen. Informiere dich vor der Verwendung von Spezialreinigern immer genau, für welche Komponenten sie geeignet sind, und halte dich an die Herstellervorgaben!

Achte darauf, dass der Bereich, wo sich Bremse und Bremsscheibe befinden, nicht in Kontakt mit dem Reiniger kommen. Die meisten Reinigungsprodukte enthalten ölige Substanzen, die für Glanz sorgen. Der Nachteil dabei ist, dass diese von den Belägen aufgesaugt werden und sich dadurch die Bremsleistung verschlechtert. Außerdem kann es zu Quietschgeräuschen während des Bremsvorganges kommen. Am besten verwendest du einfach nur Wasser, um Schmutz zu entfernen.

Wichtig ist auch die Verwendung von biologisch abbaubaren Mitteln, da Putzchemikalien beim Abspülen in die Umwelt gelangen. 

Tipp: Informiere dich, ob es in deiner Nähe einen offiziellen Waschplatz gibt, wo du dein Fahrrad reinigen kannst.

Wie wird das Bike richtig gereinigt?

Das Equipment steht bereit, jetzt geht's ans Putzen. Wir empfehlen dafür ein schattiges Plätzchen, denn Fahrradreiniger sollte nie der prallen Sonne ausgesetzt werden, da er sonst zu schnell trocknet. Positiver Nebeneffekt: Du kommst nicht ins Schwitzen.
 
Schritt für Schritt werden die einzelnen Radkomponenten gereinigt:

1. Der Rahmen

Der Rahmen wird mit einer Mischung aus Wasser und Spülmittel behandelt. Die Einwirkzeit hängt davon ab, wie lange die letzte Reinigung zurückliegt beziehungsweise welches Abenteuer du mit deinem Bike zuletzt absolviert hast. Im Anschluss kommen Schwamm und Bürste zum Einsatz. 

Die abschließende Dusche mit der Gießkanne oder dem Gartenschlauch durchführen – und nicht mit dem Hochdruckreiniger! Durch den kräftigen Wasserstrahl besteht die Gefahr, dass Wasser in die Dichtungen gelangt und dass dadurch eine Brutstätte für Rost entsteht. Bei E-Bikes könnten außerdem Dichtungen an elektronischen Komponenten beschädigt werden.

2. Die Laufräder

Mit Schwamm und Bürste werden zuerst Naben und Speichen gereinigt und danach die Felgen.

3. Kassette, Kettenblätter und Umwerfer

In der Kassette oder im Ritzelpaket fühlt sich der Dreck besonders wohl. Grobe Verschmutzungen zwischen den einzelnen Zahnkränzen, den Kettenblättern und am Umwerfer werden zuerst mit einer Bürste entfernt. Danach werden alle Teile mit dem Reinigungsmittel eingesprüht und nach der Einwirkzeit gereinigt. Nach der Reinigung wird das Ritzelpaket geölt. Klasse statt Masse, lautet hierbei die Devise: Ein paar Tropfen reichen völlig aus.

4. Bremsen und Felgenflanken

Mit einem Bremsenreiniger werden Bremsbeläge und Felgenflanken vorsichtig vom Schmutz befreit. Schalt- und Bremszüge aus Stahl werden gefettet, mit Teflon beschichtete Züge nicht.
 
Bremsscheibe und -sattel dürfen bei der Reinigung und der Pflege nicht mit Öl in Berührung kommen. Sobald sie sich mit Öl vollsaugen, geht die Bremswirkung verloren. Gelangt doch etwas Öl an die kritischen Stellen, müssen Bremsscheibe und -sattel sofort entfettet werden, ansonsten ist ein Tausch erforderlich.

5. Die Fahrradkette

Die Fahrradkette ist besonders pflegebedürftig. Damit sie möglichst lange einsatzfähig bleibt, sollte Schmutz nach jeder Fahrt entfernt werden. Mit einer Bürste und einem Tuch kannst du Verschmutzungen entfernen.
 
Tipps von SIMPLON für die Reinigung der Kette:

  • Halte beim Reinigen mit der (Zahn-)Bürste ein Tuch unter die Kette, um den Rahmen zu schützen!
  • Mit einem trockenen Tuch kannst du weitere Verschmutzungen entfernen!
  • Verwende ausschließlich spezielles Kettenöl und keine Sprays. Beim Sprühen könnten Ölpartikel in die Bremsbelege oder an andere Bauteile gelangen, wo sie nicht hingehören.

Bitte beachten: Den Gedanken, Kettenreinigungsgeräte oder Kettenbäder zu verwenden, solltest du lieber verwerfen. Bei einem solchen Reinigungsvorgang setzt man das Gerät an die Kette und lässt sie durchlaufen. Hierbei wäscht sich das ab Werk versickerte Kettenfett aus den Gelenken, was zu höherem Verschleiß führt.
 
Wenn du dennoch diese Variante bevorzugst, halte dich am besten strikt an die Maximalangaben für das Reinigungsmittel und an das angegebene Verdünnungs-Verhältnis. Nach der Reinigung muss sie eingeölt werden. Anschließend lässt du das Öl über Nacht einwirken. Am nächsten Tag ziehst du die Kette durch ein Tuch und entfernst dadurch Überschüsse!

6. Das Fahrrad-Schaltwerk

Bei einem Fahrrad mit Kettenschaltung ist das Schaltwerk ein wichtiger Teil des Antriebs. Es stellt das Wechseln der Kette zwischen den Ritzeln und damit die Übersetzung zwischen Kurbel und Hinterrad sicher. Durch die regelmäßige Reinigung verhinderst du einen schnellen Verschleiß und freust dich über laufruhiges und leichtgängiges Fahren.

Bei der Reinigung entfernst du zuerst mit einer robusten Bürste vorsichtig grobe Verschmutzungen. Vor allem an Umlenkrollen sammelt sich im Laufe der Zeit gerne Dreck an. Halte die Bürste an die Rolle und dreh einige Male an der Kurbel. Auf diese Art löst sich der Schmutz relativ einfach. Im Anschluss kannst du Überreste an den Umlenkrollen und am restlichen Schaltwerk mithilfe eines Tuches und etwas Reiniger wegwischen.

Abschließend gibst du noch ein paar Tropfen Öl auf die Lager der Umlenkrollen und schon ist es wieder einsatzbereit.

Das richtige Öl für die Fahrradkette: eine schmierige Angelegenheit

Für das Einölen der Kette nach der Reinigung stehen unterschiedliche Öle zur Auswahl. Kettenöl eignet sich vor allem bei Regenfahrten mit Mountainbikes, zieht jedoch Staub und Schmutz an. Teflon überzeugt durch die gute Schmier- und Kriechfähigkeit, lässt dich aber bei Nässe im Regen stehen. Wachs weist Schmutz gut ab und ist jedem Wetter gewachsen. Der Haken: Wachs wird im Idealfall vor jeder Fahrt aufgetragen und ist somit zeitaufwändiger.

Rost: Ein unerwünschter Gast

Was rastet, das rostet. Befindet sich dein Rad für längere Zeit in einer nassen und feuchten Umgebung, kann Rost entstehen. Optisch ist er dem Biker ein Dorn im Auge, langfristig kann dadurch die Sicherheit beeinträchtigt werden. Flugrost kann mithilfe des Reinigungsmittels WD40 – ein wahres Allround-Talent beseitigt werden. Dafür das Mittel 24 Stunden lang einwirken lassen, und dann den Rost mit einem Tuch entfernen!
 
Tipp: Hartnäckige Verrostungen lässt du lieber von den Profis entfernen.

Reinigungs-Tipp für Mountainbikes

Die Schaltung und die Lager des Mountainbikes werden mithilfe von Öl wieder gängiger. Mountainbiker, die gerne in nasser und schlammiger Umgebung unterwegs sind, verwenden dazu ein sogenanntes Wet Lube. Das Kettenöl ist dank des hohen Wachsgehalts speziell für Nässe geeignet.

Rennräder richtig reinigen

Das Rennrad wird bei der Reinigung auf einen Montageständer gestellt. Wenn du keinen besitzt, dann kannst du es auch auf den Kopf stellen. Damit Sitz und Lenker weicher liegen, wird eine rutschfeste Unterlage verwendet. Bevor die Räder abgenommen werden, sollten bewegliche Teile wie etwa die Luftpumpe vom Bike gelöst und gereinigt werden. Beim Entfernen der Räder einen  hohen Gang einlegen! So sind die Räder nach der Pflege deines Rennrads rasch wieder montiert.

Reinigungs-Tipp für E-Bikes

Vor der Reinigung des E-Bikes werden elektronische Komponenten wie Akku und Displays abmontiert. Fest montierte Displays am besten mit einer Folie oder einem Tuch abdecken!

Nach der Reinigung ist vor der Radpflege

Mit einer Politur nach der Reinigung wird das Bike abschließend auf Hochglanz gebracht. Wichtig: Die Politur erst auftragen, wenn das Fahrrad komplett trocken ist. Glanz verleiht auch ein Pflegeöl, das nach einer Einwirkzeit von drei bis fünf Minuten wieder entfernt wird. Der Vorteil: Alle Bike-Komponenten glänzen, und Schmutz bleibt nicht so leicht haften.

Back to the road

Sobald du dein Rad voller Elan wieder auf Vordermann gebracht hast, prüfe vor der nächsten Ausfahrt auf jeden Fall die Lenkergriffe! Sie könnten im Zuge der Reinigung gelockert worden sein. Am besten auch noch den Luftdruck der Reifen überprüfen – und schon geht's wieder auf die Straße!

Winterpause fürs Zweirad: Bikes richtig einwintern

Nach einer erfolgreichen Radsaison hat sich das Bike eine Pause verdient. Vor dem Einwintern empfehlen sich folgende Schritte:

  • Im Anschluss an eine Komplettreinigung inkl. Pflegeprogramm werden Komponenten wie der Antrieb und der Rahmen noch leicht geölt.
  • Silikonspray schützt Teile wie Federgabel, Kolben, Dämpfer und Gelenkverbindungen vor Feuchtigkeit, die deinem Rad vor allem im Keller zusetzen kann. 
  • Um den Reifengummi zu entlasten, wird der Luftdruck reduziert – bei Mountainbikes auf ein Bar, bei Rennrädern auf zwei Bar. 

Weitere Tipps zum richtigen Einwintern deines Bikes findest du im SIMPLON Magazin.
 
Akkus und Displays von E-Bikes werden entfernt und trocken bei einer Temperatur zwischen 10 und 20 Grad gelagert. Bitte beachten: Der Akku soll noch zwischen 30 und 60 Prozent Ladekapazität haben.

Hol dir noch mehr Tipps und Tricks rund um die richtige Pflege deines E-Bike-Akkus. So kannst du dein Bike mit reinem Gewissen in den Winterschlaf entlassen.

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