Elektronische vs. mechanische Schaltgruppen

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Mechanisch oder elektrisch? Wir zeigen dir die wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Schaltsystemen und erklären, welche Vor- und Nachteile sie haben.

Elektronische vs. mechanische Schaltgruppen

Welche Rennrad-Schaltung macht das Rennen? 

Du möchtest dir für die kommende Saison ein neues Rennrad zulegen und weißt schon genau, welche Ausstattung es haben soll? Lediglich in Sachen Schaltgruppe bist du dir noch unschlüssig: SRAM oder Shimano? Elektronische oder mechanische Schaltung? 

Wir zeigen dir die wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Schaltsystemen und beschreiben, welche Vor- und Nachteile sie jeweils haben. Außerdem nehmen wir die Schaltgruppen der Hersteller, die auch Simplon an den Roadbikes verbaut, einmal genauer unter die Lupe. 

Vorab: Was ist eine Rennrad-Gruppe?

Wer den Begriff Rennrad-Gruppe zum ersten Mal hört, erhält hier eine kurze Erklärung: Zu einer Gruppe gehören die Bremsen (Bremshebel und Bremskörper) und der Antrieb. Demnach umfasst sie alles, was maßgeblich für die effiziente Fortbewegung ist und was das Rad zum Stehen bringt. Im Antrieb verbaut sind Kurbel, Kette, Kettenblätter, Kassette, Schaltwerk- und Umwerfer sowie Schalthebel – ein geschlossenes System, das in Kombination Sensationelles leistet.  

In der Regel werden – auch bei Simplon – Antrieb und Bremsen im Komplettpaket angeboten. Der große Vorteil: Die einzelnen Komponenten sind ideal aufeinander abgestimmt.

Prinzipiell gilt: Wer mehr in die Schaltgruppe investiert, bekommt eine bessere Qualität geliefert. So profitiert man bei teureren (= hochwertigeren) Komponenten meist von größerer Effizienz, höherer Langlebigkeit und von geringerem Gewicht. 

Wie funktionieren die mechanische und die elektrische Schaltung?

Im Rennrad-Bereich ist nach wie vor die mechanische Schaltung am weitesten verbreitet. Der Gangwechsel erfolgt hierbei über dünne Schaltzüge, sogenannte Bowdenzüge, die bei Simplon-Rennrädern teilweise vollständig im Rahmeninneren verlegt sind. Diese Züge sind die Verbindung zwischen Schalthebel, Umwerfer und dem Schaltwerk. Durch die Betätigung des Schalthebels wird der Schaltzug um eine definierte Strecke verkürzt oder verlängert. So hebt der Umwerfer die Kette vorne auf ein jeweils anderes Kettenblatt, und das Schaltwerk bewegt die Kette hinten von Ritzel zu Ritzel.

Bei der elektronischen Schaltung hingegen sorgen elektrische Impulse dafür, dass Schaltwerk und Umwerfer betätigt werden. Das Schaltsignal wird dabei via Kabel oder teilweise sogar kabellos via Funk an Schaltwerk bzw. Umwerfer übertragen, die mittels kleinem Stellmotor den Schaltvorgang ausführen. Als Energiequelle dienen ein oder mehrere kleine Akkus. Bowdenzüge wie in der mechanischen Variante sind dadurch nicht mehr nötig. 

Wirf gleich einen Blick auf die Rennräder von Simplon – mit elektrischer oder mechanischer Schaltung!
 

Was sind die Vorteile einer mechanischen Schaltgruppe?

Mechanische Schaltgruppen haben eindeutig ihre Vorzüge: Sie sind unkompliziert, leicht und günstig. Wer viel mit seinem Rennrad fährt, mit dem Material nicht zimperlich ist und ein beschränktes Budget hat, für den ist diese Variante die beste Wahl. 

Im Detail: Bei der mechanischen Schaltgruppe handelt es sich um die leichteste Form der Rennradschaltung. Der Grund: Weder Akku noch zusätzliche Kabelkästen müssen verbaut werden, wodurch sich das Gewicht im Gegensatz zur elektronischen Schaltung reduziert. 

„Günstig“ ist bei der mechanischen Variante ein gutes Stichwort. Prinzipiell liegt die mechanische Schaltung niedriger im Preis als ihr elektronisches Pendant (auch wenn es bei der mechanischen Schaltgruppe von günstig bis hochpreisig alles gibt). Das gilt nicht nur für den Anschaffungspreis, sondern auch wenn Ersatzteile benötigt werden oder eine Reparatur ansteht. Dank des verhältnismäßig einfachen und leicht verständlichen Aufbaus der Schaltung können Defekte leichter behoben werden. Einzel- und Verschleißteile sind auch überall verfügbar. Gerade auf Reisen mit dem Rad ist das ein großes Sicherheits-Plus. 

Aber ähnlich der Frage, ob Gangschaltung oder Automatikschaltung beim Auto, ist die Wahl zwischen mechanischer und elektronischer Rennrad-Schaltgruppe, vielmehr eine Frage des Komforts. 

Pro und Contra im Überblick

Pro Contra
preiswerter als die elektrische Variante Verschleiß der Züge
leichter schwergängiger im Schaltvorgang      
einfachere Wartung & Reparatur  
Ersatzteile überall verfügbar  

 

Was sind die Vorteile einer elektronischen Schaltung?

Elektronische Schaltgruppen liegen voll im Trend – ganz klar! Sowohl im Wettkampf- als auch im Hobbybereich setzen immer mehr Rennradbegeisterte auf das komfortable System. Doch was sind die Vorzüge? Ist eine elektronische Schaltung tatsächlich so viel besser, dass man den höheren Anschaffungspreis gerne in Kauf nimmt? 

Eines sei gesagt: Sätze wie „Wenn du einmal damit gefahren bist, willst du nichts anderes mehr“ hört man in der Rennrad-Szene immer häufiger. Wer einmal die Schaltgruppe Dura Ace Di2 oder Red eTap AXS ausprobiert hat, ist vom Komfort überzeugt – und die pure Freude rechtfertigt für viele Radsportler den höheren Preis. 

Nun im Detail: Seit 2010 werden bei Simplon elektronische Schaltungen am Fahrrad verbaut. Und das hat mehrere gute Gründe. Ein Hauptargument ist, dass man den Gang aus verschiedenen Lenkerpositionen wechseln kann – und das ohne großen Kraftaufwand. Klingt im ersten Moment vernachlässigbar. Doch wer bereits über einige Kilometer im Sattel gesessen ist und mit seinen Reserven haushalten muss, der freut sich über die Erleichterung, einfach durch ein Antippen mit dem Finger schalten zu können. Der Energieaufwand wird um einiges reduziert.

Übrigens: Gerade für kleinere Hände ist die elektronische Schaltung äußerst praktisch. Denn häufiges Bremsen und Schalten kann oftmals eine Herausforderung für die Hände und Handgelenke darstellen.

Ein weiterer Vorteil: Der Schaltvorgang ist um einiges präziser. Der Fahrer braucht sich keine Gedanken zu machen, ob er nachjustieren muss, weil die Kette schleift. Dafür sorgt der Schaltmotor. Es wird automatisch die beste Kettenlinie gewählt, der bekannte „Zwischengang“ am Umwerfer muss also nicht mehr bemüht werden. Auch wer mit voller Wattpower in die Pedale tritt, profitiert von einer einwandfreien Schaltung – etwa beim Bergauffahren.  

Nicht zuletzt ist es die Optik des Rennrades, die von der elektronischen Schaltung profitiert – mindestens ein lästiger Schaltzug am Lenker fällt weg, und der ist meist im Inneren verlegt. Bei der kabellosen SRAM-Version geht’s sogar noch aufgeräumter. 

Einziger Wermutstropfen: Der Akku muss regelmäßig geladen werden. Jedoch sind die Schaltungen so sparsam, dass die Akkuladung meist für viele tausende Schaltvorgänge reicht. 

Pro und Contra im Überblick

Pro Contra
höchste Präzision beim Gangwechsel Abhängigkeit von Akku & Motor
kein Nachjustieren nötig etwas höheres Gewicht als mechanische Schaltung
benutzerfreundlich & hoher Komfort höherer Anschaffungspreis
kein Kraftaufwand nötig  
einfache Montage  
wartungsarm  

 

Welche Schaltgruppen-Hersteller gibt es?

Shimano, SRAM und Campagnolo – das sind die drei Platzhirsche unter den Schaltgruppen-Anbietern. Jeder Hersteller hat eine breite Auswahl an mechanischen und elektrischen Systemen – alle mit eigens entwickelter Technologie. 

Die besten Schaltgruppen von Shimano und SRAM im Überblick 

Simplon verwendet für seine hochwertigen High-End-Roadbikes ausschließlich die besten Komponenten. Darunter auch das Flaggschiff und zugleich die Spitzenklasse unter den Rennradgruppen: die Dura-Ace-Gruppe von Shimano. Bei der elektrischen Variante Di2 sind Kabel statt Schaltzüge verlegt. Ein Akku liefert die nötige Power für zwei kleine Stellmotoren, die über Umwerfer und Schaltwerk die Gänge auf Knopfdruck wechseln. An Profirädern bei der Tour de France ist die Dura Ace am häufigsten zu finden. Kein Wunder, stehen doch geringes Gewicht, maximale Präzision und butterweiche Schaltvorgänge auf der Haben-Seite.

Das amerikanische Spitzenmodell ist die Rennradgruppe Red (eTap) AXS von SRAM – die leichteste Komplettgruppe am Markt. Ob klassisch mechanisch oder in der völlig kabellosen eTap-Ausführung – SRAM bietet High-End auf höchstem Niveau.

 

  Rennradgruppe Gangschaltungen Bremse Schaltung Zielgruppe
Shimano Dura Ace (Di2) 2 x 11 Felge oder Disc mechanisch oder elektrisch Profisportler, regelmäßige Touren & Radrennen
  Ultegra (Di2) 2 x 11 Felge oder Disc mechanisch oder elektrisch Amateursportler, gelegentliche Teilnahme an Radrennen
  105 2 x 11 Disc mechanisch Einsteiger
SRAM Red eTap AXS 2 x 12 Felge oder Disc elektrisch Profisportler, regelmäßige Radrennen & Touren
  Force eTap AXS 2 x 12 Felge oder Disc elektrisch Amateursportler, gelegentliche Teilnahme an Radrennen

Du hast noch weitere Fragen, wie du die passende Schaltgruppe findest? Dann wende dich an unsere Experten, und sichere dir jetzt einen Online-Beratungstermin bei Simplon! Wir helfen dir gerne weiter. 

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